Günter Jordan, Klaus Stanjek, Marie Wilke

Die Babelsberger Schule des Dokumentarfilms

ISBN: 978-3-86505-215-5
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2024

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In Babelsberg hat sich seit Beginn der 1960er Jahre eine eigenständige Dokumentarfilmauffassung entwickelt, die sich klar umreißen lässt, weltweit Anerkennung gefunden hat und aufgrund ihres eigenen thematischen Ansatzes und ihrer spezifischen Methodik den Namen ›Babelsberger Schule des Dokumentarfilms‹ verdient. Die Bezeichnung ›Schule‹ verweist hier auf die in der Kunstgeschichte übliche Kennzeichnung einer historisch, räumlich und personell abgrenzbaren Strömung als künstlerische Position. Die cineastische Auffassung der Babelsberger Dokumentaristen – die sich von den 1960er Jahren bis heute in einer großen Zahl von Filmen niedergeschlagen hat – basiert auf einer Reihe inhaltlicher Prioritäten, künstlerischer Haltungen, ästhetischer Standpunkte und Regieverfahren, wobei die Erzählung konstitutiv ist und die teilnehmende Beobachtung einen zentralen Stellenwert einnimmt.

Das Buch analysiert die Besonderheiten der ›Babelsberger Schule‹, grenzt sie international von anderen Strömungen ab, schildert ihre historischen Entstehungsbedingungen innerhalb der DEFA und der Babelsberger Filmhochschule und geht speziell auch auf die entstandenen Langzeitbeobachtungen ein. Ein Anhang enthält 18 Filmbeschreibungen von Werken, die als charakteristisch gelten können.

Günter Jordan, Jg. 1941, Studium der Slawistik, Geschichte und Pädagogik, Lehrer, Regiestudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg, Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme, ab 1992 freier Filmemacher. 1990 Promotion an der Humboldt-Universität Berlin über den frühen DEFA-Dokumentarfilm und die DEFA-Wochenschau DER AUGENZEUGE. Veröffentlichungen in Zeitschriften (Sonntag, Film und Fernsehen, BFF), Close Up (Konstanz), Ivens-Magazin (Nijmegen), in den Jahrbüchern der DEFA-Stiftung (Berlin 2000–2005) und in »Bilder einer gespaltenen Welt« (Berlin 2007); »Alltag des Dokumentarfilms 1946-1950« (Berlin 1987); »Erprobung eines Genres. DEFA-Dokumentarfilme für Kinder 1975-1990« (Remscheid 1991), »›Sie sehen selbst, Sie hören selbst ...‹ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949« (zus. mit Christiane Mückenberger, Marburg 1994), »Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946-1992« (zus. mit Ralf Schenk, Berlin 1996, 2000), »Film in der DDR. Daten Fakten Strukturen« (Potsdam 2009, 2013). »Zu den Anfängen zurück, um weiterzukommen. Die Geburt des neuen DEFA-Dokumentarfilms«, in: Klaus Stanjek (Hg.): »Die Babelsberger Schule des Dokumentarfilms«, Berlin 2012.

Klaus Stanjek ist Professor für Dokumentarregie an der HFF »Konrad Wolf« . Er studierte Regie in München, publizierte fachwissenschaftliche Studien u.a. zum Dokumentarkino und arbeitet als Filmregisseur. Website Cinetarium.

Marie Wilke ist Mitarbeiterin für Dokumentarregie an der HFF »Konrad Wolf« und arbeitet als Regisseurin. Sie studierte Regie und Schnitt in Bozen und Berlin.