Friedrich Wilhelm Murnau, Enno Patalas

Südseebilder

ISBN: 978-3-929470-26-0
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2024

19,90 

Lieferzeit: 3 bis 6 Werktage

Als wär’s ein Film von ihm – von Friedrich Wilhelm Murnau, ein Film wie NOSFERATU oder SUNRISE. Von Reisen handeln viele seiner Filme. Von einem, der auszog … Seinen Helden machte Murnau es nach. Auf der Yacht »Bali« reiste er 1929 »Büchern und Träumen nach«, wie er schrieb, auf den Spuren von Melville und Stevenson, von Kalifornien nach Tahiti. Unterwegs schrieb und fotografierte er. Nur weniges erschien zu seinen Lebzeiten. Alles andere blieb Projekt, Entwurf, Diktat, ging verloren, erhielt sich nur in Bruchstücken von Abschriften – wie viele alte Filme, Kopien von Kopien, mit Kratzern und Sprüngen. Wie TABU, sein letzter Film, den er zum Schluss dieser Reise drehte, auf den Inseln vor und unter dem Wind.
Kurz vor der Premiere verunglückte Murnau tödlich. Unter dem Titel »Südseebilder« hat Enno Patalas Texte und Fotos aus dem Murnau-Nachlass zusammengetragen, anderwärts auch unverwendetes Filmmaterial entdeckt, übersetzt, redigiert, illustriert und kommentiert. Fakten und Fiktionen, oft ebenso schwer zu unterscheiden wie in Murnaus Filmen. Das Überschreiten von Grenzen ist ihr Thema und ihr Prinzip.

Enno Patalas (1929–2018) gründete 1957 die richtungsweisende Zeitschrift Filmkritik. 1962 erscheint die zusammen mit Ulrich Gregor geschriebene »Geschichte des Films«, 1963 die »Sozialgeschichte der Stars«, dazu viele Texte in Zeitschriften und Zeitungen, zahlreiche Fernsehfeatures vor allem zur deutschen Filmgeschichte, Übersetzungen, zumeist zusammen mit seiner Frau Frieda Grafe, aus dem Französischen (vor allem von Nouvelle-Vague-Autoren wie Truffaut, Godard, Rohmer). Bücher aus neuerer Zeit: »Alfred Hitchcock« (1999) und, als Herausgeber, die »Ausgewählten Schriften« von Frieda Grafe. Von 1963 bis 1994 leitete er das Münchner Filmmuseum und hat dort u.a die Rekonstruktion von Langs METROPOLIS und Murnaus NOSFERATU unternommen. An der Universität der Künste in Berlin, deren Honorarprofessor er seit 2001 war, initiierte er das Forschungsprojekt »DVD als Medium kritischer Filmeditionen«. Nachruf von Dr. Anna Bohn. Nachruf von Hans Helmut Prinzler im Berliner Tagesspiegel.